Wir hatten bereits mehrfach über laufende Rechstreitigkeiten berichtet, die durch Rechtsanwalt Rainer Horbas gegen die AFA AG und die PrismaLIfe AG, zunehmend auch gegen die Barmenia Lebensversicherung geführt werden. In der ganz überwiegenden Mehrzahl der bearbeiteten Sachverhalte erfolgte vor Abschluß entsprechender Versicherungsverträge ( v.a. fondsgebundene Rentenversicherungen und Berufsunfähigkeitsversicherungen)  keine ausreichende Beratung der Betroffenen.

Die Produkte werden als besonders gut angepriesen, obgleich das Preis- Leistungsverhältniss, im Vergleich zu anderen Versicherern, im Hinblick auf die enormen Vermittlungskosten deutlich schlechter ist. Auch enhalten die Produkte keine Leistungen, die nicht auch bei anderen Versicherern zu günstigeren Kosten erlangt werden könnten. Die Verbraucherzentrale Hamburg warnte bereits 2018 vor den hohen Vermittlungskosten. Tatsächlich sind die verlangten Gebühren fast doppelt so hoch, als bei anderen Versicherern. Die Vermittlungskosten werden dann über den Verkauf von Nettopolicen auf die Betroffenen umgelegt. Den Interessenten wird hierbei jedoch nicht mitgeteilt, dass diese Kosten selbst dann bei den Versicherungsnehmern verbleiben, wenn diese die Versicherung nach kurzuer Zeit wieder widerrufen oder auch kündigen. Hierzu sind die Vermittler der AFA AG jedoch nach der Rechtsprechung des BGH verpflichtet. Werden Nettopolicen statt Bruttopolicen vermittelt, so müssen dien Vermittler auf die Risiken hinwiesen.Tatsächlich sind keine plausibken Vorteile von Nettopolicen erkennbar. Die Vermittler der AFA AG verweisen gern auf die "hoheTransparenz" der Kostenangabe, verschweigen jedoch gleichzeitig, dass die Kosten deutlich über den marktüblichen Kosten liegen und im Übrigen selbst bei einem Widerruf und/oder einer Kündigung des vermittelten Versicheriungsvertrages weiter bezahlt werden müssen.

In vielen Fällen passen auch die vermittelten Versicherungsverträge nicht zu den Zielen der Versicherungsnehmer und deren persönliche und finanzielle Umstände. Eine große Anzahl von Mandanten sind durch die hohen Prämien und die ratierlichen Zahlungen auf die Kostenausgleichsvereinbarungen finanziell gänzlich überfordert und stehen sprichwörtlich "mit dem Rücken zur Wand". Hier kann den Betroffenen nur dringend angeraten werden, sich rechtlich über denkbare Ausstiegsmöglichkeiten aus den teuren Vertragsgestaltungen beraten zu lassen.

 

Es ist ohnehin erstaunlich, dass trotz der wiedrholten Warnhinweise der Verbraucherschützer in den letzten Jahren,  die AFA AG bis heute weiter munter die betreffenden Produkte vermittelt. Die AFA AG versucht sich, je nach Stand der Rechtsprechung, an immer wieder neuen Varianten , um den Kunden den Ausstieg aus den Nettopolicen zu erschweren. Bspw. wird in den Policen die Kündigungsmöglichkeit ausdrücklich ausgeschlossen. Wir halten die diesbezüglichen Klauseln fürm unwirksam, weil diese die Kunden unangemessen benachteiligen. Diese hatte bereits der BGH im März 2014 in zwei Urteilen so gesehen ( Az. IV ZR 295/13 und IV ZR 255/13). 

 

Auch der weitere Verkauf der Policen der PrismaLife AG ist für uns überraschend. Bereits im Dezember 2016 hatte die Süddeutsche Zeitung von finanziellen Schwierigkeiten deas Versicherers berichtet. So sprach der Geschäftsbericht 2015 von einem erheblichen Liquiditätsengpass, der sich 2017 auswirken könne. Zwar hatte offenbar die PrismaLife AG diesen Engpass überwunden. Dennoch sollten Betroffenen auch heute noch den Abschluß von Verträgen mit der PrismaLIfe AG stets kritisch prüfen. 

 

Wir beraten Sie über Ausstiegsmöglichkeiten, soweit Sie Verträge mit der AFA AG, der Prisma Life AG oder der Barmenia Versiicherung geschlossen haben.Bei Rückfragen können Sie gern in der Kanzlei anrufen.

 

Rainer Horbas

Rechtsanwalt

Fachanwalt für Bank- und Kapitalmarktrecht